Steffen Maria Ost • 19. September 2026

Es gibt einen Moment am Ende eines Sommers, an dem sich ein Atelier verändert.

WENN DAS SOMMERATELIER LANGSAM STILL WIRD


Steffen Maria Ost · 20. September 2026


Es gibt einen Moment am Ende eines Sommers, an dem sich ein Atelier verändert.


Noch stehen die Staffeleien da. Noch liegen Pinsel, Farben und all die Dinge an ihrem Platz, die mich während der vergangenen Monate begleitet haben. Und trotzdem ist bereits zu spüren, dass etwas zu Ende geht.


Fast vier Monate habe ich in diesem Jahr wieder in meinem Sommeratelier in der Toskana gearbeitet.


Es waren Monate voller Farbe, neuer Gemälde, Ideen und Begegnungen. Manche Arbeiten entstanden schnell, andere entwickelten sich über Wochen. Wieder andere überraschten mich selbst und gingen während des Malens einen ganz anderen Weg, als ich ursprünglich gedacht hatte.


Genau das gehört für mich zur Kunst.


Ich weiß nicht immer, wohin mich ein Bild führt. Ich beginne – und irgendwann beginnt das Bild, seinen eigenen Weg zu bestimmen.


Nun werden die Räume langsam leerer.


Die neuen Gemälde werden verpackt, geschützt und für die Reise vorbereitet. Was hier in der Ruhe der Toskana entstanden ist, verlässt seinen Entstehungsort und macht sich auf den Weg nach Deutschland.


Und damit beginnt für die Arbeiten ein neuer Abschnitt.


Bald werden sie in der Galerie Ost im Schöpflin-Areal in Lörrach-Brombach hängen. Dort werden sie zum ersten Mal Menschen begegnen, die ihre Entstehung nicht miterlebt haben.


Das ist jedes Jahr ein besonderer Moment für mich.


Denn solange ein Gemälde im Atelier steht, gehört es noch sehr stark zu meinem eigenen Alltag. Ich kenne seine Entstehung, seine Veränderungen, manchmal auch die Zweifel und Entscheidungen, die darin stecken.


In einer Galerie verändert sich das.


Dann trete ich als Künstler ein Stück zurück.


Das Werk steht plötzlich für sich selbst.


Ein anderer Mensch bleibt davor stehen, entdeckt vielleicht etwas völlig anderes darin als ich und verbindet es mit seinen eigenen Erinnerungen, Gedanken und Gefühlen.


Vielleicht ist genau das einer der schönsten Augenblicke an meiner Arbeit.


Ein Bild ist fertig, wenn ich aufhöre daran zu arbeiten.

Aber seine Geschichte ist damit noch lange nicht zu Ende.


Während ich hier die letzten Tage im Sommeratelier verbringe, richtet sich mein Blick deshalb bereits nach vorne.


Auf die Rückreise.


Auf das Auspacken.


Auf das Aufhängen.


Auf die Galerie.


Und auf den 8. Oktober 2026, wenn ich bei der SMO.GALLERY PREVIEW die Türen öffne und viele der in diesem Sommer entstandenen Arbeiten erstmals in der Galerie Ost zeige.


Bis dahin liegt noch einiges an Arbeit vor mir.


Aber heute genieße ich noch einmal diesen besonderen Moment zwischen zwei Welten:


Die Toskana liegt noch vor der Tür.


Die neuen Gemälde stehen noch hier.


Und trotzdem hat ihre Reise längst begonnen.


von Steffen Maria Ost • 28. September 2026
01. Oktober 2026 - 31. Dezember 2027
von Steffen Maria Ost • 28. September 2026
Einige Eindrücke konnten Sie bereits in meinen letzten Beiträgen sehen. Die Galerie verändert sich beinahe täglich: Kunstwerke finden ihren Platz, Räume werden eingerichtet, Licht und Präsentation abgestimmt und Schritt für Schritt entsteht die Atmosphäre, die ich mir für die kommenden Veranstaltungen vorgestellt habe. Auch die Vorbereitungen für unseren Tag der offenen Tür am 17. Oktober 2026 laufen bereits. Ab 12 Uhr heißt es dann: Kunst · Kaffee · Wein – und natürlich viel Zeit für Begegnungen, Gespräche und einen persönlichen Blick hinter die Kulissen der Galerie Ost. Ein weiterer Höhepunkt folgt am Freitag, 13. November 2026: die Lange Nacht der Literatur. Für diesen Abend habe ich Ihnen auch eine KI-Visualisierung unseres geplanten Bestuhlungsplans beigefügt. Natürlich nimmt uns künstliche Intelligenz die eigentliche Arbeit nicht ab – aber sie kann wunderbar dabei helfen, schon heute sichtbar zu machen, wie der Raum an diesem besonderen Abend einmal wirken könnte. 
von Steffen Maria Ost • 28. September 2026
Jetzt beginnt der nächste wichtige Abschnitt: auspacken, sichten, auswählen, hängen, verändern, wieder abhängen und neu zusammensetzen. Nach und nach entsteht aus den einzelnen Arbeiten eine Ausstellung, in der jedes Werk seinen richtigen Platz finden soll.
von Steffen Maria Ost • 28. September 2026
Zwischen Kuratieren und neuen Ideen
von Steffen Maria Ost • 28. September 2026
Die Reise ist zu Ende - die Kunstreise geht weiter
von Steffen Maria Ost • 28. September 2026
Startklar für die Fahrt nach Brombach
von Steffen Maria Ost • 20. September 2026
Mit „Frühlingsmelodie – Melodia di Primavera“ wollte ich keinen bestimmten Ort darstellen. Mich interessierte vielmehr ein Gefühl: jener besondere Moment, in dem die Natur nach den stillen Monaten des Winters wieder erwacht und Licht, Farbe und Leben mit neuer Kraft zurückkehren.
von Steffen Maria Ost • 20. September 2026
Rückblick 1996 – „Mann mit Hut“ Ein frühes Werk, ein Presseartikel und 30 Jahre künstlerische Entwicklung Manchmal genügt ein Blick in das eigene Archiv, und plötzlich steht ein Stück der eigenen Geschichte wieder unmittelbar vor einem.
von Steffen Maria Ost • 19. September 2026
Gemälde, die hier entstanden sind, die über Wochen und Monate Teil meines täglichen Lebens waren, verlassen nun ihren Entstehungsort.
von Steffen Maria Ost • 19. September 2026
Schon heute können Sie ein wenig die Autorinnen und Autoren kennenlernen, die am 13. November 2026 bei unserer Langen Nacht der Literatur in der Galerie Ost lesen werden.
Weitere Beiträge