TI AMO ALLA GRANDE oder der Stier

Wo Kunst sich wiederfindet – zwischen Hügeln und Aufbruch
Manche Kunstwerke finden ihren Platz nicht dort, wo sie entstanden sind. Sie gehen auf Reisen, begegnen neuen Menschen und beginnen in einer anderen Umgebung noch einmal neu zu wirken.
Dieses Werk entstand 2020 in meinem Sommeratelier in Castiglion Fiorentino, zwischen Arezzo und Cortona in der Toskana. Auf den ersten Blick erinnert es an eine abstrakte Landschaft: kräftige Rot- und Grüntöne, übereinanderliegende Farbflächen und eine bewusst strukturierte Oberfläche bestimmen den Charakter des Bildes.
Die Tiefe entstand durch unterschiedliche Techniken und Materialien – durch Spachtelarbeit, Schichtungen, Pinsel und schwarzen Wachsstift. Im unteren Bereich verdichten sich leuchtend rote Elemente, die an die Mohnfelder der Toskana erinnern. Darüber entwickeln sich Hügel und Berge unter einem blauen Himmel.
Die Arbeit könnte in ihrer landschaftlichen Abstraktion beinahe an Werke des schwedischen Künstlers Ragnar Johansson (1913–1997) erinnern. Tatsächlich stammt sie jedoch aus meinem eigenen Schaffen und verbindet Erinnerung, Landschaft und freie Interpretation miteinander.
Fünf Jahre nach ihrer Entstehung erhielt das Werk noch einmal einen neuen Rahmen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Am 27. November 2025 wurde es gerahmt und mit großer Freude an Yolanda, alias Adele, übergeben.
Heute befindet sich das Bild in der inneren Schweiz und hat damit einen neuen Ort gefunden, an dem es betrachtet, erlebt und Teil eines ganz persönlichen Lebensraumes werden darf.
Kunst erfindet sich immer wieder neu – nicht nur im Atelier, sondern auch an den Orten, an denen sie später weiterlebt.
Liebe Adele, ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Freude beim Betrachten dieses Werkes.
Mit herzlichen Grüßen
Steffen Maria Ost
Galerie Ost
Eindrücke anderer Art.













